16 -January -2018 - 21:29

Habib Muhammad bin Salim bin Hafiedh

Habib Muhammad bin Salim bin Hafiedh

الحبيب محمد بن سالم بن حفيظ


Seine edle Abstammung

Er ist al-Habib al-`Allamah al-Shahid Muhammad bin1 Salim bin Hafiedh bin `Abdullah bin Abu Bakr bin `Aydarus bin `Umar bin `Aydarus bin `Umar bin Abu Bakr bin `Aydarus bin al‐Husayn bin al-Shaykh al‐Fakhr Abu Bakr bin Salim bin `Abdullah bin `Abd al‐Rahman bin `Abdullah bin Shaykh `Abd al-Rahman al‐Saqqaf bin Shaykh Muhammad Mawla al-Dawilah bin `Ali Mawla Darak bin `Alawi al‐Ghuyur bin al‐Faqih al-Muqaddam Muhammad bin `Ali bin Muhammad Sahib Mirbat bin `Ali Khali` Qasam bin `Alawi bin Muhammad Sahib al‐Sawma’a bin `Alawi bin `Ubaydullah bin al‐Imam al-Muhajir il‐Allah Ahmad bin `Isa bin Muhammad al-Naqib bin `Ali al‐`Uraydi bin Ja`far al‐Sadiq bin Muhammad al‐Baqir bin `Ali Zayn al‐`Abidin bin Husayn al‐Sibt bin `Ali bin Abu Talib und Fatima al‐Zahra, die Tochter unseres Meisters Muhammad, das Siegel der Propheten ﷺ.

Sein Leben

Habib Muhammad wurde im Jahr 1332 H2 | 1914 u. Z.3 im Dorf Mishtah in der Nähe von Tarim (Jemen) geboren. Er wurde unter der Aufsicht seines noblen Vaters, dem großartigen Gelehrten Habib Salim, großgezogen. Habib Salim lehrte seinen Sohn die Grundwissenschaften der Religion und brachte ihn dann nach Tarim, um von den dort anwesenden Gelehrten zu lernen. Seine Lehrer waren große Imame seiner Zeit. Darunter Habib 'Abdullah bin 'Umar al-Shatiri, Habib 'Alawi bin 'Abdullah Shihab al-Din und Habib 'Ali bin al-Imam 'Abdur-Rahman al-Mashhur, sein Großvater mütterlicherseits. Zudem hat Habib Muhammad einen starken Bund zum Kenner Allahs, Habib Ja'far bin Ahmad al-'Aydarus, aufgebaut. Er lernte von Habib Muhammad bin Hadi al-Saqqaf in Seiyun und Habib Mustafa bin Ahmad al-Mihdar in al-Gwayra. Weiterhin bereiste er bei n öfters den Hedschas4 und wurde dort u.a. von Shaykh Muhammad al-'Arabi al-Tabbani, Sayyid 'Alawi bin 'Abbas al‐Maliki, Shaykh Muhammad Amin Kutbi und Shaikh Hasan al‐Mashat unterrichtet.

Aufgrund seines umfassenden Wissens, welches er erwarb, wurde er zum Mufti von Hadramaut ernannt. Es war sagenhaft, wie er seine Zeit ausnutzte. Es würde kein Tag und keine Nacht vergehen, in denen er nicht des Nachts im Gebet verweilte, viel aus dem Qur‘an rezitierte, reichlich Dhikr machte,  seine Schüler unterrichtete, jemanden besuchte, etwas schrieb, Fatwas (Rechtsgutachten) ausgab und sich der Bedürftigkeit eines Muslims zuwendete. An einem Tag würde er an bis zu 14 Zusammenkünften des Wissenserwerbs und Gedenkens teilnehmen.

Er sorgte sich sehr um die Vermittlung und Bewahrung des heiligen Wissens und verfasste eine Reihe von Werken in verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten, die von großem Nutzen für Schüler des Wissens sind. Darunter Takmilah Zubdah al-Hadith über das Erbrecht, al-Miftah und al-nuqul al-Sihah über das Eherecht und Durus al-Tawhid über Glaubensgrundsätze. Er verfasste Büchlein für Anfänger, um sie in den Rechtswissenschaften und in der Grammatik voranzubringen; Al-Tadhkirah al-Hadramiyyah behandelt das religiöse Wissen, dessen Erlernen für Frauen obligatorisch ist. Weiterhin hielt er in mehreren Bänden die Reden des Habib 'Alawi bin 'Abdullah Shihab al-Din fest und fertigte eine Biographie über 'Abdullah bin 'Umar al-Shatiri an – Nafh al-Tayyib al-'Atiri.

Er verfasste sehr viele Gedichte und den wunderschönen Maulid Al-Nafhah al-Wardiyyah, der seine enorme Liebe und Bindung zum Gesandten Allahs ﷺ wiederspiegelt. Darüber hinaus hat Habib Muhammad den Maulid des Imams Ibn Kathir in Versform niedergeschrieben. Seine regelmäßigen Besuche zu den Städten und Dörfern Hadramauts gaben zu erkennen, dass er eine Leidenschaft hatte, Menschen zu Allah und zum Wissen einzuladen. Er bereiste Indien und Pakistan und erwarb dort Wissen von den Hadith-Gelehrten. Zudem reiste er auch nach Sudan und Ostafrika und besuchte Habib 'Umar bin Ahmad bin Sumayt auf dem Archipel der Komoren5.

Im Jahr 1387 H | 1967 u. Z. kam im Süden Jemens eine sozialistische Staatsgewalt an die Macht, die versuchte den Islam in der Gesellschaft auszurotten. Gelehrten wurden verfolgt und religiöse Institutionen, wie der bekannte Ribat6 von Tarim, in dem Habib Muhammad selbst studierte, wurden gewaltsam geschlossen. Dies hielt ihn dennoch nicht davon ab all seine Mühe in das Einladen zu Allah zu investieren und sich furchtlos für die Verteidigung der Wahrheit zu äußern. Um seinen Verbleib zu überwachen, wurde von ihm verlangt, sich täglich bei den Sicherheitskräften zu melden. Somit ließ er am Freitagmorgen, den 29. Dhul Hijjah 1392 H | 1973 u. Z., vor dem Freitagsgebet seinen neunjährigen Sohn Habib 'Umar in der Moschee zurück, um sich eintragen zu lassen. Er wurde nie wieder gesehen.

Seine Hinterlassenschaft

Das sozialistische Regime glaubte, mit der Entführung und Ermordung von Habib Muhammad bin Salim, ihre Ziele erreichen zu können, jedoch scheiterten sie völlig. 'Sie wollen doch ALLAHs Licht mit ihren Mündern auslöschen. Und ALLAH wird Sein Licht vollständig machen, selbst dann, würden die Kafir demgegenüber abgeneigt sein. ' - (61:8; Zaidan). Im Jahre 1410 H | 1990 u. Z. ist das Regime gefallen und der Norden sowie Süden Jemens vereinigten sich wieder, was den Weg für eine Wiederbelebung des Dins (Religion) ebnete. 

Die harte Arbeit des Habibs Muhammad ging nie zu Ende, denn vielmehr wurde sie durch seine Söhne weitergeführt. Während dieser gefährlichen Zeit blieb Habib 'Ali Al-Mashhur (sein ältester Sohn) in Hadramaut, lehrte und wahrte den Weg seiner Vorfahren. Derzeit ist er der Mufti von Tarim. Habib 'Umar, ein weiterer seiner Söhne,  verbrachte zehn Jahre in Sicherheit in al-Bayda, im Norden Jemens, unter der Vormundschaft von Habib Muhammad bin 'Abdullah al-Haddar, ein Freund seines Vaters. Danach kehrte er zurück nach Hadramaut, um das religiöse Leben der Region aufzufrischen. Habib 'Umars unermüdliche Arbeit führte schließlich zur Gründung von Dar al-Mustafa.

Dar al-Mustafa ist ein Zentrum für traditionelle islamische Bildung basierend auf drei Fundamenten: 1) Wissen ('Ilm), 2) spirituelle Reinigung (Tazkiya) und 3) der Ruf zu Allah (Da’wah).  Es wächst stetig weiter und empfängt Studenten aus allen Gegenden der Welt. Im Anschluss wurde Dar al-Zahra´ gegründet, um Habib Muhammads Ziel zu verwirklichen, nämlich islamische Bildung für Frauen zu verbessern und voranzubringen. Habib 'Umar reist, wie sein Vater es tat, ständig und verbreitet die reine Methodik seiner Vorgänger. All jene Früchte, die gegenwärtig zu erkennen sind, sind der Standhaftigkeit und Aufopferung des Habibs Muhammad bin Salim zu verdanken.

Dar al-Mustafa wurde am 29. Dhul Hijjah im Jahr 1414 H | 1994 u. Z. eröffnet. Dasselbe Datum, an dem Habib Muhammad entführt wurde. Jedes Jahr feiert Dar al-Mustafa sein Jubiläum und dabei auch das Leben und die Errungenschaften dieses großartigen Imams.

1 ibn/bin bedeutet "der Sohn von"
2Hijri (nach islamischer Zeitrechnung)
3unserer Zeitrechnung
4westlicher Teil der arabischen Halbinsel
5Inselgruppe nördlich von Madagaskar
6ein Lehrinstitut

Möge Allah ihn reichlich belohnen,
uns von ihm Nutzen ziehen lassen
und ihn zu den höchsten Stufen erhöhen;
in der Gesellschaft seines Großvaters –
dem Gesandten Allahs  ﷺ.


Aus dem Englischen übersetzt von der Islamischen Akademie e.V. Berlin
- mit Erlaubnis von Muwasala.org