22 -October -2018 - 03:25

Ramadan - Wichtige Aspekte

 Grafik: Islamische Akademie e.V. Berlin (c)

Liebe Geschwister, assalamu alaikum,

Ramadan beginnt!

Nun können wir dem König aller Monate unsere Türen öffnen. Ein Monat, aus dem ununterbrochen Geschenke und Gaben aus dem Meer der göttlichen Großzügigkeit hervorströmen. Der Gesandte Allahs ﷺ erwähnte den Ramadan einst und aus Hochachtung heraus sagte er  ﷺ: „Begreifen sie, was zu ihnen kommt und was sie empfangen?“

Der Gläubige sollte tief über die Beziehung zu seinem Herrn nachdenken. Allah hat Seinem Diener diesen Monat zu einer Möglichkeit erwählt, Seine Geschenke und Seine Vergebung zu erlangen. Wir sollten diesen Monat auf drei Wegen in Empfang nehmen:

1) Sei fröhlich über das Eintreffen des Ramadan:

Allah, der Erhabene, sagt: Sag: "Über Allahs Gunst und Seine Gnade, darüber sollen sie sich freuen. Dies ist besser als das, was sie anhäufen." [Sura Yunus, 10:58 - Zaidan]

Sayyiduna Salman überliefert, dass der Gesandte Allahs zu den Gefährten am letzten Tag von Sha’ban sprach: „Oh Menschen, ein großartiger und gesegneter Monat hat sich genähert, ein Monat, in dem sich eine Nacht befindet, die besser als eintausend Monate ist. Allah machte das Fasten in diesem Monat zur Pflicht und machte das Beten in der Nacht zu einer freiwilligen Handlung. Wer auch immer in ihm versucht, Allah durch eine gute Tat näher zu kommen, wird wie jemand belohnt, der eine Pflicht (zu einer anderen Zeit) erfüllte. Wer auch immer eine Pflicht in ihm ausführt, wird wie jemand belohnt, der siebzig Pflichten (zu einer anderen Zeit) erfüllte. Er ist der Monat der Geduld/Beständigkeit (Sabr) und der Lohn der Geduld ist das Paradies. Er ist der Monat der Spende. Er ist der Monat, in dem die Versorgung eines Gläubigen vermehrt wird." [Überliefert von Ibn Khuzaymah]

Der Prophet  sagte: „Wer Ramadan glaubend und nur auf Allah fest zählend fastet, dem ist seine vergangene Sündhaftigkeit vergeben“.

Der Prophet ﷺ berichtete uns, dass im Ramadan die Tore des Paradieses geöffnet werden. [Überliefert von al-Bayhaqi]Dies bedeutet, dass unsere Taten, Gebete und Reue bei Allah eher akzeptiert werden.

Es wurde ebenfalls überliefert, dass wenn Ramadan eintritt Allah den Engeln, die Seinen Thron tragen, befiehlt, mit Seiner Lobpreisung aufzuhören und für die Ummah (Gemeinschaft)  unseres Meisters Muhammad ﷺ um Vergebung zu bitten. [Überliefert von al-Daylami]

Weiterhin berichtet unser Prophet   uns, indem er sagte: „Meiner Ummah wurden im Ramadan fünf Dinge gegeben, die keinem Propheten vor mir gegeben wurden. Die erste Sache ist, dass Allah in der ersten Nacht des Monats auf sie (die Muslime) schaut und wen Allah anschaut, den straft er nie. Die zweite Sache ist der Geruch, der im letzten Teil des Tages aus ihren Mündern ausgeht. Dieser ist für Allah süßer als der Duft von Moschus. Die dritte Sache ist, dass die Engel für sie jeden Tag und jede Nacht um Vergebung bitten. Die vierte Sache ist, dass Allah zum Paradies sagt: Bereite dich vor und verschönere dich für meine Diener, denn sie werden nach der Beschwernis dieses Lebens bald Ruhe in Meiner Wohnstätte, am Ort meiner Großzügigkeit finden. Die fünfte Sache ist, dass ihnen allen in der letzten Nacht vergeben wird."

Jemand fragte: „Ist es Laylat Al-Qadr?" Er sagte: „Nein. Sieh dir Arbeiter an: wenn sie ihre Arbeit beenden, bekommen sie ihren vollen Lohn. [Überliefert von al-Bayhaqi]

2) Wir sollten bezüglich der Dinge, die einen von den Vorzügen und Geschenken Ramadans ausschließen, achtsam sein:

Fasten sowie alle anderen Anbetungsformen wurden vorgeschrieben, um uns das Erlangen wahrer Taqwa zu ermöglichen:

"O ihr, die glauben! Das Fasten wurde euch vorgeschrieben, wie es denjenigen vor euch vorgeschrieben wurde, damit ihr Taqwa erlangt." [Sura al-Baqara, 2:183]

Die grundlegende Bedeutung von Taqwa  ist das Aufstellen einer Barriere zwischen dir und dem Zorn Allahs, indem du Seinen Befehlen gehorchst und das vermeidest, was Er verboten hat. Die Taqwa trägt ebenfalls zur Akzeptanz des Fastens und anderer Anbetungen bei:

"Allah nimmt doch nur von den Muttaqīn (diejenigen, die Taqwa haben) an."  [Sura al-Māʾidah, 5:27]

Wir sollten jegliche üble Sprache und Rede unterlassen. Jede unhöfliche, unanständige Sprache und Wortgefechte sind zu unterlassen.

Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Fasten ist ein Schutz. Wenn jemand fastet, so lasse ihn nicht unanständig sprechen oder debattieren.“
Ebenfalls sagte er ﷺ : „Fasten ist ein Schutz, solange man diesen nicht durchsticht.“
Er wurde gefragt: „Wie durchsticht man ihn?“ Er ﷺ antwortete: „Durch Lügen und übler Nachrede.“

Es sind vier Typen, die von Allahs Vergebung im Ramadan und zu anderen Zeiten ausgeschlossen sind:

Diejenigen, die das Band zur Verwandtschaft durchtrennen, ihren Eltern ungehorsam gegenüber sind, Hass gegenüber ihren muslimischen Geschwistern im Herzen besitzen und süchtig nach Alkohol und Drogen sind.

Der Gläubige sollte extrem darauf achten, sein Fasten mit erlaubtem und rechtmäßigem Essen zu brechen, denn "gewiss ist Allah gut und Er akzeptiert nur das, was gut ist."

Einer der früheren Muslime sagte: „Wenn du fastest, so achte darauf mit was und mit wem du dein Fasten brichst.“

3) Wir sollten uns auf das Äußerste bemühen und anstrengen Gutes zu tun, denn Ramadan ist eine Gelegenheit "Proviant" und große Belohnung zu erhalten:

Es wird überliefert, dass ein Engel in jeder Nacht des Ramadans ruft „Oh Sucher des Guten, komm näher! Oh Sucher des Bösen, weiche zurück!“ [Überliefert Ibn Mājah, al-Ḥākim, al-Bayhaqī and Ibn Ḥibbān]

Deshalb muss der mit Iman erfüllte stets nach Gutem streben. Gleichsam muss er sich darum bemühen sich selbst, die Familie und diejenigen zu korrigieren, für die er verantwortlich ist. Sie sollten Tugend unter der Menschheit verbreiten. Durch diese weitgefassten und edlen Vorsätze wird man dann von den Engeln gerufen: „Oh Sucher des Guten, komm näher!“

Imam Ash-Shafi’i las im Ramadan den Koran einmal in der Nacht und einmal am Tag, sodass er am Ende des Monats den Koran 60 mal vollständig rezitierte.

Menschen waren während Ramadan so sehr von der Anbetung eingenommen, sodass sie schwer ihre Verwandten oder Freunde zu Gesicht bekamen. Sie sahen sich gegenseitig kurz zum Freitagsgebet. Doch selbst dann war jeder mit Gebeten und Koranrezitation beschäftigt. Aus diesem Grund würde 'Id (Fastenbruchfest) eine fröhliche Gelegenheit bieten, weil sich an diesem Tag die Menschen wieder begegnen, als hätten sie sich für einen Monat nicht gesehen.

Sei bereit Ramadan mit einem reinen Herzen anzutreffen, denn bei Allah, übermäßig beten,
fasten und Koranrezitation werden nicht von Nutzen sein, solange das Herz voller Dunkelheit
(Hass gegenüber anderen usw.) ist.

Möge Allah, der Erhabene, die Dunkeltheit aus unseren Herzen verbannen!