26 -September -2018 - 14:35

Die Auswanderung (Hijra) des Propheten ﷺ

Liebe Geschwister, assalamu alaikum,

wir wünschen euch ein erfolgreiches neues Jahr!

Wir bitten Allah, dass er unser neues Jahr segnet und das Übel von der Ummah entfernt. Der Frieden und der Salah gilt demjenigen, dessen Auswanderung den Beginn unseres Kalenders markiert, unserem Propheten Muhammad ﷺ.

Die islamische Zeitrechnung beginnt mit der Auswanderung (Hijra) des Propheten ﷺ. Nachdem er ﷺ mit 40 Jahren die Botschaft erhielt, fand die Auswanderung 13 Jahre später statt. Dort ist nach der islamischen Zeitrechnung das erste Jahr geboren. Die Hijra liegt nun 1435 Jahre zurück, wobei ihre Bedeutung und ihr Einfluss jedoch bis zum heutigen Tage erkennbar sind.

Anlässlich des neuen Jahres ist es dementsprechend wichtig sich die Hijra nochmal ins Gedächtnis zu rufen und ihre Weißheiten und Bedeutungen im Spiegel des Herzens zu reflektieren.

Anfeindungen in Mekka:

Im Jahr 13 nach der Botschaft (ca. 622) versammelten sich die führenden Entscheidungsträger Mekkas, um zu besprechen, wie sie unseren geliebten Propheten ﷺ loswerden konnten. Selbst der Teufel höchstpersönlich erschien zu dieser Versammlung in der Gestalt eines Mannes aus Najd. Verschiedene Vorschläge wurden geäußert. Immer wieder griff der Teufel in die Diskussion ein, bis schlussendlich Abu Jahl einen Vorschlag äußerte, den selbst der Teufel gefiel.

Abu Jahl sagte: "Wir suchen uns 10 junge kräftige und adlige Männer von verschiedenen Stämmen aus, die wir dann mit Schwertern ausrüsten. Sie sollen auf ihn vor seiner Haustür warten, bis er sein Haus verlässt. Dann soll er von ihnen allen gleichzeitig ermordet werden. Dies wird in der Sura Al-Anfal im Vers 8 wiedergegeben.

Daraufhin kam der Engel Gabriel zum Gesandten ﷺ und setzte ihn davon in Kenntnis. Er befahl ihm ﷺ nach Hause zurückzukehren, bis Allah ihm die Auswanderung erlauben würde. Davor wurde dem Propheten ﷺ sein Auswanderungsort gezeigt und er wusste, dass es Almadinah sein wird.

Der Gesandte Allahs ﷺ machte sich am Mittag auf dem Weg zu seinem Gefährten Sayyidna Abu Bakr. Gewöhnlich besuchte er Abu Bakr am Morgen und am Abend aber nicht am Mittag. Als Abu Bakr davon erfuhr, dass er den Propheten ﷺ bei seiner Auswanderung begleiten würde, fing er vor Freude an zu weinen.

Seine Tochter Aishah, die zu diesem Zeitpunkt acht Jahre alt war, sagte: "Zum ersten Mal machte ich die Erfahrung, dass man vor Freude weint!"

Trotz der Anfeindungen in Mekka war der Gesandte ﷺ derjenige, dem die Mekkaner ihre Wertsachen anvertrauten. Er ﷺ beauftragte Sayyidna Ali damit, so lange in Mekka zu bleiben, bis er sämtliche anvertrauten Wertsachen an ihren Besitzern zurückgegeben hatte. Ali sollte im Bett des Gesandten ﷺ schlafen und ihm würden sie nichts anhaben können. Die zehn Auftragsmörder belagerten in der Nacht das Haus des Gesandten ﷺ (während Abu Jahl ihnen letzte Anweisungen gab).

In der Höhle von Thaur:

Dann erschien ihm ﷺ die Offenbarung, dass er herauszugehen hatte.

Der Gesandte ﷺ und Abu Bakr kamen bis zum Höhleneingang der Höhle von Thaur. Vom Lösegeld (100 Kamele) angetrieben, kamen die Verfolger bis zu 40 Armlängen an die Höhle heran. Sie schickten einen, der die Höhle inspizieren sollte. Dieser stellte fest, dass zwei Wildtauben ihr Nest aufbauten und eine Spinne ein Netz am Höhleneingang spannte.

Abu Bakr bemerkte: "Würde einer von ihnen zu seinen Füssen hinabschauen, so würde er uns sehen!"

Der Gesandte ﷺ sagte: "Oh, Aba Bakr, was erwartest du bei zweien, dessen Dritter Allah ist. Sei nicht traurig. Denn Allah ist gewiss mit uns!"

Die Verfolger kehrten mit leeren Händen zurück. Nach dreitägigem Aufenthalt in der Höhle von Thaur setzten der Gesandte Allahs ﷺ und Abu Bakr, Allahs Wohlgefallen über ihn, ihre Reise nach Almadinah fort.

Ankunft in Medina:

Kinder, Frauen und Männer warteten inzwischen voller Sehnsucht auf den Gesandten ﷺ, den sie zuvor noch nie erblickten. Täglich warteten die Leute von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang auf seine Ankunft. Auch der zehnjährige Anas war dabei.

Anas sagte: "Als der Gesandte Allahs, Allah möge ihn segnen und ihm Frieden geben, in Medina ankam, so fing alles in der Stadt zu leuchten an!"

Die Kinder riefen laut: „Allah ist größer! Der Gesandte Allahs ist gekommen. Allah ist größer, Muhammad ist gekommen."

Auch ein Jude namens Abdullah ibnu Salam war dabei. Er sagte: "Als ich sein Gesicht deutlich sehen konnte, war mir unzweifelhaft klar, dieses kann nicht das Gesicht eines Lügners sein! Ich hörte ihn sagen: „Oh ihr Leute, verbreitet den Frieden, gebt zu essen und betet nachts, während die Leute noch schlafen, so werdet ihr das Paradies in Frieden betreten."

Er wurde liebevoll begrüßt mit den berühmten Worten, die jeder kennt (auszugsweise):

Tala’al badru 'Alaina Min Thaniyyatil Wada‘ - über uns nahm der Vollmond seinen Aufgang als er von den Höhen des Abschieds ausging
Wajabashhukru 'Alaina Mada3aa Lillahi Daa‘ - wir sind zu Dank verpflichtet
Immer wenn einer zu Allah die Einladung verkündet

Als erstes legte der Gesandte ﷺ den Grundbaustein für die erste Moschee. Die Moschee von Qubaa. Dabei half er selbst, Sand und Steine zu tragen.

Diese Moschee ist im Quraan gelobt worden, und zwar in Sure 9, Vers 108 heißt es: "Eine Moschee, die vom ersten Tag an auf der Gottesfurcht gegründet war, hat eher den Anspruch darauf, dass du darin betest. Darin sind Menschen, die sich läutern wollen. Und Allah liebt die, die sich läutern."

Möge Allah uns dieses Jahr einen Besuch nach Medina gewähren
und unsere Herzen mit dem Licht des Gesandten ﷺ erfüllen.